Das unartige Satiremagazin!

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als "Hass und Hetze" drei eigenständige Wörter waren? Vermutlich nicht. Sprache verändert sich, wie es uns Sprachexpert*innen*nnen immer wieder erklären.
Und so hat es das Neusprech-Wort "Hassundhetze" jetzt endlich in den Duden geschafft. Getreu dem Motto: Wer "Hass" sagt, muss auch "undhetze" sagen!
Wir alle benutzen das neue Trendwort täglich, aber die wenigsten von uns wissen genau, was eigentlich gemeint ist. Klar, das ist "irgendwas böses im Internet".
Aber konkret: "Hassundhetze" kennzeichnet kritische Aussagen, die eigentlich erlaubt sind, aber die wir nicht hören wollen. Vielleicht weil sie nicht in unsere Ideologie passen oder weil sie zum Frontalzusammenstoß mit der Realität führen. Meldestellen gegen "Hassundhetze" schützen uns vor dieser Konfrontation.
Das Raffinierte am Begriff "Hassundhetze": Er hat nur auf das jeweils gegensätzliche Lager Gültigkeit. Egal, wie viel ich selber hetze, wer mir widerspricht, ist der "Hassundhetzer". Ein adäquater Schutzmechanismus zur Vermeidung jeder Auseinandersetzung mit Gedanken jenseits der eigenen Bubble. In Zeiten sozialer Vernetzung wichtiger denn je.
Gut, dass sich auch der Duden endlich der Modernisierung unserer Sprache annimmt. Ein weiterer Neologismus steht kurz vor der Aufnahme in das Wörterbuch aller Wörterbücher: "Unseredemokratie" - Wussten Sie, dass das früher einmal zwei einzelne Wörter waren?
Diese Idee hat sich während eines Telefongesprächs mit Stephan Preuß entwickelt.





